Interaktions-Meldungen – Was man wissen muss

08.11.2021 – Die Umstellung auf die ABDADatenbank² und ABDAmed² hat eine veränderte Klassifikation der Interaktionen mit sich gebracht. Die neue Bewertung basiert auf der klinischen Relevanz einer Wechselwirkung und stellt deren Bedeutung und Schweregrad in den Mittelpunkt. Anhand dieser Einschätzung und den klar strukturierten Meldungstexten erhält das Fachpersonal eine schnell zugängliche und begründete Handlungsempfehlung zum Umgang mit einer Interaktion.

Bislang war die Einstufung der Interaktionen Maßnahmen-orientiert. Wechselwirkungen wurden danach beurteilt, ob und wie sich ihre Folgen vermeiden lassen. So lautete z. B. die Einstufung der Interaktion zwischen Amlodipin und Simvastatin „Überwachung bzw. Anpassung notwendig“. Die neue Klassifikation bewertet diese Interaktion als „schwerwiegend“. Die Einschätzung beruht auf der Tatsache, dass die gemeinsame Gabe der beiden Arzneistoffe potenziell schwerwiegende Folgen, z. B. eine Rhabdomyolyse, haben kann. Die damit verknüpfte Handlungsempfehlung ist nun über die Rubrik „Maßnahmen“ einsehbar. Nach wie vor wird dazu geraten, eine Dosis von 20 mg Simvastatin nicht zu überschreiten.

Darüber hinaus stellen die neuen Meldungen vielfältige Informationen bereit, um eine Interaktion schnell und einfach unter verschiedenen Aspekten zu beurteilen. Darunter findet sich auch eine Reihe neuer Kriterien, zu denen u. a. die Quellenbewertung zählt. Diese beschreibt die Qualität und Art der Daten, die einer Interaktion zugrunde liegen. So bedeutet „Datenlage gut“, dass die Interaktion in mehreren klinischen Studien mit Erkrankten beschrieben wird. Bei den Nebenwirkungen und den Symptomen sind mögliche Folgen der Interaktion erfasst. Risikofaktoren führen auf, welche Erkrankungen bzw. Charakteristika einer Person Einfluss auf den Schweregrad und/oder die Auftrittswahrscheinlichkeit der Wechselwirkung haben.

Diese Angaben unterstützen dabei, eine Entscheidung zum Umgang mit der Interaktion zu treffen. Optionen wären beispielsweise, Maßnahmen zur Vermeidung der Wechselwirkung direkt im Patientengespräch zu vereinbaren oder eine Veränderung der Medikation in Erwägung zu ziehen.

Wenn Merkmale einer Person wie Gesundheitszustand und Alter vollständig in der Kundendatenbank oder der Patientenakte erfasst sind, kann der Interaktions-Check auch personalisiert ablaufen. In diesem Fall wird der Schweregrad einer Wechselwirkung individuell eingeschätzt.

Datenerweiterung bei Plus X

01.04.2022 – Plus X ist eines der fünf Module der ABDADatenbank², dessen Inhalte die Fertigarzneimittelinformationen ergänzen. Zum 1. April wurden die Plus X-Daten erweitert. Anhand der neu hinzugekommenen Informationen lässt sich die Arzneimittelgabe per Ernährungssonde nun detaillierter beurteilen, Pflaster und Zäpfchen können anhand ihres Aussehens identifiziert werden und für Verbandmittel mit ergänzenden Eigenschaften sowie für Diätetika sind Dokumente hinterlegt.

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ABDADatenbank²: Neue Funktionen – neues Manual

04.01.2022 – Mit der ABDADatenbank² hat ABDATA ein leistungsstarkes Arzneimittelinformationssystem entwickelt. Dabei wurde die etablierte ABDA-Datenbank um zahlreiche AMTS-relevante Risikoprüfungen und Recherchemöglichkeiten erweitert. Durch den Ausbau stehen umfassende Informationen für den sicheren Einsatz von Arzneimitteln direkt in der Apothekensoftware bereit. Das neue Manual erläutert, wie sich die ABDADatenbank² bei der täglichen Arbeit effizient nutzen lässt.

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